Mateusz Kolek – Illustration Tank

Koleks arbeiten sind lebendig, farbenfroh und sehr inspirierend. Teilweise erinnern sie auch an die Illustrationen der Band Gorillaz und sind dann doch wieder sehr eigenständig. Im Internet gibt es sehr viele Posts über seine Illustrationen, jedoch wenig Informatives bezüglich seiner Arbeiten. Wir wollten mehr über ihn erfahren und haben ihm 10 Fragen gestellt.

Interview von Samira Amiri

Steckbrief
Name:
Mateusz Kolek
Wohnort:
Krakau, Polen
Alter:
28

Beruf:
Illustrator, Freelancer
Essen:
Alles
Fortbewegung:
Zu Fuß

Du kommst ursprünglich aus Polen und lebst jetzt in Spanien – wie kam es dazu?
Eigentlich bin ich wieder zurück in Krakau, Polen. Es war ein großartiges Jahr in Valencia, voller Abenteuer, ich habe neue Freundschaften geknüpft und viele Erfahrungen gesammelt. Leider war es nur ein für Jahr. Ich ging mit meiner Freundin nach Valencia, da sie Architektur an der Universität Valencia Politechnica studieren wollte. Wir haben fast ganz Spanien gesehen, Teile von Portugal und Marokko sowie eine Menge guter zeitgenössischer Architektur. Es war aber ein schwieriges Jahr für Spanien und die Spanier selbst. Die Krise hat dort auffällig hart aufgeschlagen. Das machte mir als Freelancer die Arbeit dort etwas schwieriger zu dieser Zeit. Darüber hinaus war zu Beginn mein Spanisch sehr schlecht und somit arbeitete ich auch in dieser Zeit weiterhin für einige Agenturen in Krakau als Freiberufler. Es hat gerade so gereicht, um dort meinen Lebensunterhalt zu bestreiten und etwas zu reisen. Aber verdammt, ich vermisse das!

Ab welchem Zeitpunkt hast Du Dich entschieden als Illustrator und Freelancer zu arbeiten?
Als ich an der Universität für Kunstgeschichte war, hatte ich eine Menge Comics gezeichnet. Eines Tages kamen plötzlich die Aufträge von selbst herein. Mein erster Job waren Storyboards für Werbung. Von Zeit zu Zeit mache ich diese Art der Auftragsarbeit noch immer, da es in Polen schwierig ist nur allein von Illustration zu leben.

Für wen arbeitest Du hauptsächlich?

Ich bezahle meine Rechnungen durch die Arbeit als Freelancer für fünf oder sechs Agenturen in Krakau. Aber ich bin ständig auf der Suche nach neuen Kunden – Zeitschriften, Verlage, Fashion Companies, etc. … ich mache also eine Menge Sachen, aber ich habe das Gefühl, dass meine besten Arbeiten idiejenigen sind, die ich für mich selbst zeichne. Jetzt ist es mein erklärtes Ziel Kunden zu finden, die genau meinen Stil möchten und gut finden.

Wie würdest Du selbst Deine Art der Arbeit beschreiben?
Das ist gar nicht so leicht, aber ich würde es als eine art Psychodelischen, Ornamentalen, Turbofarbigen straight aus Tokio/Polen bezeichnen :)

Wurdest du von anderen Illustratoren beeinflusst, bzw. wer inspiriert dich am meisten?

Ich bin ständig auf der Suche nach neuen Inspirationen über das Internet – fast jeden Tag finde ich etwas Neues. Es gibt so viele kreative Menschen dort draußen! Ich denke, die Jungs, die den größten Einfluss auf meine Arbeit haben, sind Jamie Hewlett, Hayao Miyazaki und James Jean. They ROCK! Als ich vor kurzem einige Werke von Sam Weber (ein der Abbildungen die ihr als Wallpaper ausgesucht habt, ist von seinem Stil inspiriert), Matheew Woodson und Vania Zouravliov sah, sind mir gleich wieder neue Ideen gekommen. Ihre Fähigkeiten und die ihre Aufmerksamkeit afür die Details sind etwas, was ich eines Tages erreichen möchte. Wir werden sehen ...

Wie bist du auf das Bild mit dem Jungen und dem japanischen Tätowierer gekommen. Ist das Bild eventuell eine Anspielung an die Japanischen Yakuza oder hat es eine komplett andere Bedeutung?
Das handelt mehr über die Phantasie eines kleinen Jungen, als über den Yakuza selbst. Das Tattoo-Motiv ist nur ein weiterer Weg, um meine Lieblingsgeschichte zu erzählen – dass ist also nicht nur ein Schmuckstück, es ist ein lebendiges Ornament! Ich dachte an eine Illustration mit Yakuza Tattoo, aber ich wollte nicht nur eine simple Zeichnung mit einer Tätowierung, davon gibt es schon zu viele. Es stellt die Idee eines Kampfes zwischen einem Godzilla Spielzeug und einem Tattoo-Drachen dar! Die Idee kam mir von einer auf die andere Sekunde, es traf mich wie eine Kugel – ein großer Yakuza-Chef als riesiger, tätowierter »Berg« und sein Sohn spielt auf ihm mit dem Godzilla. Eine friedliche Situation mit einem kleinen, eingebettetem Schlachtfeld.

Hattest du auch schon Ausstellungen im Ausland, bzw. gibt es aktuelle Ausstellungen von Dir zu sehen?
Bis jetzt noch nicht. Ich warte noch auf den passenden Augenblick, bis ich das Gefühl habe ich sei reif dafür. Vor Weihnachten habe ich damit begonnen, meine Website mit einigen populären Kunst-Websites zu verlinken und man siehe, es passieren einige schöne Dinge wie z.B. ein Interview mit »Addicted to Snow« :) Vielleicht erhalte ich dadurch auch einige Angebote für eine Ausstellung außerhalb Polens, das wäre klasse.

Gibt es ein Land, in dem Du gerne eine Ausstellung abhalten würdest?
Ja, wenn möglich weltweit. Aber das wird so schnell wahrscheinlich leider nicht möglich sein, da ich meiner Meinung nach noch nicht so gut bin. Aber ich würde gerne in Japan ausstellen.

Welche Programme benutzt Du für Deine Illustrationen oder sind Deine Zeichnungen noch ganz klassisch auf Papier entstanden?
Gewöhnlich zeichne ich zuerst eine Outline auf Papier, ich mag es einfach das Papier »unter meiner Hand« zu fühlen. Danach Scanne ich die Arbeit und auch einige passende Texturen, wie z.B. Papierstrukturen, Aquarell und »baue« dies dann anschließend in Photoshop zusammen und verfeinere es digital.

Hast du noch einen Tipp für Leute die selber gerne Illustrator werden und davon leben möchten?
Ich bin selbst ein neuer und angehende Illustrato. Aber OK, ich werde es versuchen:) Natürlich muss man viel üben, nach neuen Inspirationen suchen und sie in kreativer Weise nuten. Wenn man sich dazu entschieden hat, ein Portfiolio zusammenzustellen, ist es definitv ratsam lieber weniger, aber dafür gute Arbeiten zu zeigen.

Weitere Infos
www.mateuszkolek.com

Wallpaper
Mateusz Kolek